Würde ich mich, als eine andere Person, durch und durch kennen, würde ich mich wahrscheinlich hassen. Die Gründe sind ganz einfach. Naja, oder auch ein wenig komplizierter, und wer auf Selbsthass verzichtet, verzichtet besser auch auf den Post. Er ist nicht zum Heulen oder zum Mitleid kriegen da, sondern nur für mich, um meine Gefühle nicht nur zu ordnen, festzuhalten, sondern um sie auch rauszubrüllen. Und die nachfolgende Stille zu genießen.
Ich weiß manchmal nicht, was in mich fährt.
So, im Schnitt bin ich nett. Ich bin freundlich, aber ich lasse es wissen, wenn ich mal angepisst bin. Ich bin offen, aber nicht verletzend direkt, denn ich weiß, dass es manchmal eben besser ist, zu schweigen. Und doch kann ich mich in ein paar Sekunden zum multiplen Arschloch entwickeln.
Vermutlich liegt das an den schrecklichen Komplexen, die ich habe und meine schreckliche Angst, nicht geliebt zu werden.
...
Das klingt so lächerlich. Und ich bin mir dessen bewusst. Und vermutlich ist das das Schlimmste. Viele merken vielleicht gar nicht, wie egoistisch sie sind, aber ich weiß es stets, und fühle mich erst recht schlecht.
Aber bevor ich mich schlecht fühle, hasse ich erstmal alle Anderen. Das ist leichter als Selbsthass. Wütend auf Andere sein.
Ich brauche Bestätigung. Eigentlich fast jederzeit. Dafür mag ich meine Freunde, bis es ihnen vergeht. Oder mir.
Das ist nämlich noch ein Punkt. Ich liebe & will geliebt werden, doch gleichzeitig bringt mich jeder Fehler auf die Palme.
Ich WILL den perfekten Menschen. Und ich kriege ihn nicht. Ich kriege ihn niemals; und es klingt, als würde ich niemanden sonst wollen, aber das stimmt nicht.
Selbst ich mag mich dafür kein Stück, dass ich nicht zufrieden sein kann, mit fast keiner Person. Oder rede ich es mir ein, weil meine Schwester mir einredete, dass ich überall Fehler suche?
Ich verliere viel zu viel das Interesse; es ist wie mit...Essen. Mag ich ein Gericht, will ich es öfter mampfen, und meinetwegen auch jeden Tag. Nach kurzer Zeit hab ich keine Lust mehr darauf. Das kennt jeder, oder?
Aber kann ich das einfach so gleichsetzen? Essen und Menschen? Mein Gott, da herrschen doch Unterschiede.
Ich bin so frustriert, wenn mir jemand mal keine Aufmerksamkeit schenkt. Oder wen anders lieber mag. Ich suche zunächst den Fehler bei der Person und leide still [und feige] vor mich hin.
Dann suche ich den Fehler bei mir.
Zunächst geht es nach Äußerlichkeiten. Ich bin zu fett. Ich bin zu hässlich. Dann nach Innen. Zu dumm, zu blöd, zu besitzergreifend, zu langweilig.
Und fast nichts tut mehr weh als ich und diese Gedanken.
Ich will mich ändern. Aber wie ändert man sich? Wie macht man sich schlauer, intelligenter, eigenständiger und aufregender? Wie ändert man sein Aussehen, wenn man nicht weiß, ob die Änderung überhaupt was bringt?
Wie ändert man sich selbst von hässlich zu schön, ohne dabei die inneren Werte zu vergessen. Wie aktzeptiert man den hässlichen und unperfekten Menschen in sich, wenn man sich über die anderen unperfekten Menschen aufregt.
Wie wird man einfach nur man selbst, mit aller Selbstaktzeptanz und jedem Stolz, der nicht nur drei Stunden hält?
Ich weiss es nicht.
Aber zum Glück gibt es nach diesen Tagen immer wieder die Stunden, in denen diese Gedanken vergehen, und ich mir selbst auf den Kopf hauen könnte, für die dummen Gedanken, die ich wieder hege.
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